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Business Card Reader

Veröffentlicht: 01-02-2010
 

Business Card Reader, zum “Missbrauch” geeignet:
Selten hat sich Faulheit so verspielt ausleben lassen.

 

Getestet: “Business Card Reader” (Version 1.2.1) auf einem iPhone 3G S, mit OS 3.1.3

 

iPhone App | Das iPhone – ein Minicomputer mit Kontaktverwaltung, Kamera, viel Schnickschnack und (ja, man kann damit auch telefonieren) einer Telefonfunktion. Erwiesenermaßen lädt das vorhandene Funktionsportfolio dazu ein, es um Erweiterungen jeglicher Art zu ergänzen. Unter den verfügbaren Apps finden sich auch reichlich sinnvolle Anwendungen, wie beispielsweise der Visitenkartenscanner “Business Card Reader”.

 
Man kann Kontaktdaten von Visitenkarten händisch eingeben, man kann es sich aber auch deutlich einfacher machen: Business Card Reader erlaubt es, Visitenkarten zu fotografieren und wandelt die dort aufgedruckten Informationen in nachträglich editierbare Kontaktdaten um, welche sich im Handumdrehen ins Adressbuch übernehmen lassen.
 
Die fotografierten Visitenkarten lassen sich auf Wunsch zudem ins Fotoalbum überführen, umgekehrt können Sie auch ganz smart Texte aus vorhandenen Fotos mithilfe des Apps auslesen. Egal, ob sie die auszulesenden Fotos mit der normalen Kamera oder mit dem Business Card Reader selbst schiessen: Achten Sie beim Fotografieren drauf, das iPhone horizontal zu halten, sodass der Einschaltknopf links und der Home-Button rechts ist. Dies wird Ihnen innerhalb des Apps zwar mitgeteilt, doch offenbar scheitern viele Nutzer an genau diesem Punkt und wundern sich über fehlerhafte bis nicht vorhandene Resultate.
 
Logisch: je individueller eine Visitenkarte gestaltet ist, desto schwieriger fällt die Erkennung. Zudem empfiehlt es sich, vor der Benutzung die Fingerabdrücke vom Objektiv zu entfernen, für halbwegs gutes Licht zu sorgen und darauf zu achten, dass das geschossene Foto nicht dramatisch verwackelt ist. Im Prinzip alles “Selbstgänger”, der Vollständigkeit halber seien sie aber erwähnt; ebenso wie die Tatsache, dass das App natürlich mindestens die Kamera eines iPhone 3G S voraussetzt.
 
Der Business Card Reader erledigt seinen Job (unter Beachtung der vorgenannten Punkte) in den meisten Fällen erstaunlich gut und ordnet die erkannten Textelemente in der Regel auch korrekt den entsprechenden Kontaktfeldern zu; meist sind nur minimale Anpassungen notwendig. Neben einer Migration der eingelesenen Daten mit bestehenden Kontakten ist auch ein Abgleich mit LinkedIn möglich.
 
Nebenbei lässt sich das App auch hervorragend dazu “missbrauchen”, andere Texte bzw. kurze Textpassagen einzulesen. Möchte man beispielsweise die Trackingnummer vom Einlieferungsbeleg des soeben versandten Paketes nicht von Hand in das Tracking-App eingeben, lässt man einfach den Business Card Reader arbeiten und kopiert den erkannten Text kurzerhand in die Zwischenablage. Gleiches gilt für das Notieren von Kundennummern oder beispielsweise die Hinweistafel im Museum oder, oder, oder. Bitte achten Sie in diesen Fällen darauf, den benötigten Text sofort zu kopieren und die erkannte, fotografierte Textquelle nicht zu sichern – Sie müllen sich sonst das Adressbuch voll.
 
Negativ fällt eigentlich nur das altbackene, wenig raffinierte Design auf, sowie die Tatsache, dass das App nicht gerade ein Schnäppchen ist. Hierbei gilt jedoch zu berücksichtigen, dass einem derartigen App auch ein nicht ganz zu unterschätzender Produktionsaufwand vorausgeht. Weiterhin findet die Verarbeitung der eingelesenen Daten lokal auf dem iPhone statt, während einige preiswertere Texterkenner die Daten “mal eben” an den eigenen Server senden und dann die erkannten Texte zurückliefen. Insbesondere bei Kontaktdaten sollte Datenschutz Vorrang haben: ein klarer Pluspunkt für den Business Card Reader.
 
Fazit: Ein iPhone 3G S und die richtige Handhabung vorausgesetzt, ist der Business Card Reader ein verlässlicher Partner und ein sinnvolles Werkzeug. Nicht zuletzt aufgrund der lokalen Texterkennung ist er guten Gewissens zu empfehlen.
 
So viel sollten Sie für dieses App ausgeben: Die Preise im App-Store ändern sich von Zeit zu Zeit, sodass es sich mitunter lohnt, einen guten Preis abzuwarten. Für dieses App sollten Sie meiner Meinung nach nicht viel mehr als 4,00 € ausgeben.
 

 
Download bei Apple: Preisinformationen und Screenshots gibt’s im AppStore

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